München Blues (Roman) by Max Bronski

By Max Bronski

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Dabei gehörte ich noch nie einer »Old Economy«, sondern der Abfallwirtschaft an, denn ich sorge dafür, dass Leute kaufen, was andere wegwerfen. Aber Julius ist auch auf dem Gipfel seines geschäftlichen Erfolgs eine gute Haut geblieben, der mir mehr als einmal mit Krediten aus der Klemme geholfen hat. Damals war er eine große Nummer, der von Herrn Biereisl, dem Filialvorstand seiner Bayerischen Volksvereinsbank, persönlich gefragt wurde, ob er nicht vielleicht ein bisschen mehr Kredit in Anspruch nehmen möchte, um das Geschäft auszubauen.

Also, worum geht es? Mit beiden Händen riss Traublinger das Papier vom Päckchen und holte ein in Plastik gehülltes graues Teil hervor. – Erstens: der Kittel. Gereinigt und fachmännisch kunstgestopft. Er warf ihn vor mich hin. – Zweitens: das Fahrgeld. Er hielt ein Kuvert hoch, öffnete es und ließ einen Hunderteuroschein hervorspitzen. – Hoppla. Mit Bakschisch vom Effendi. Da sag ich aber ganz herzlich Vergelts Gott!. – Bloß nicht frech werden. – Frech, ich? Für einen, der an dem betreffenden Abend die Sache vergeigt hat, reißen Sie hier ganz schön das Maul auf.

Aber da hieß es dann, so etwas kann der Junge nicht untersuchen, weil er keine Datenbasis hat. Und da habe ich nachgedacht. Triumphierend sah er mich an. – Fünfzig Jahre Playboy, logisch! Alle Covergirls. Super-Datenbasis. Da kannst du das minutiös nachvollziehen. In den sechziger Jahren siehst du nichts, da durften sie da unten noch nicht fotografieren, aber in den Siebzigern haben die alle noch so richtig Wolle zwischen den Beinen. Mitte der Achtziger geht es dann los: ganz klar gestutzt, aber so, dass niemand es merken soll.

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